Ein Hotel für Insekten

Vor einiger Zeit hatte ich ja über das Insektensterben berichtet. Das ist ein guter Anlass euch etwas von meiner neuen Bastelarbeit zu erzählen: einem Insektenhotel zum Selbermachen aus Naturmaterialien und „Müll“.

Erst einmal ein paar Dinge , die ich mir vorab überlegt habe – worauf sollten wir achten?
– Die Wohnungen sollen die Insekten gegen Nässe, Kälte und Wind schützen, idealerweise hat das Hotel einen Dachvorsprung
– Späne am Einflugloch können die Flügel von Wildbienen verletzen. Deswegen ist es wichtig die Löcher gründlich glatt zu schmirgeln
– Für Vögel kann das Insektenhotel ein gedeckter Tisch sein. Um zu verhindern, dass Vögel euer Hotel für ihr Nest und als Futter plündern, solltet ihr Kaninchendraht in Schnabellänge vorspannen
– Lackfarbe hat auf einem Insektenhotel nichts zu suchen (giftig!)
– Optimalerweise steht das Hotel in der Sonne mit freiem Anflug, am besten nach Süden ausgerichtet
– Futter in der Nähe (zB. Nützlingswiese) lockt die Insekten an

Was braucht man an Material?
Zunächst braucht Ihr eine Art „Haus“, d.h. eine wetterfeste Umhüllung für eure Wohnungseinrichtungen. Ich habe dafür alte Mandarinenkisten verwendet, die ich miteinander verschraubt habe. Ihr könnte aber auch aus ein paar alten Brettern oder sonstigen Materialien ein Behältnis für eure „Wohnungen“ bauen.

Leere Mandarinenkisten gefüllt mit getrockneten Blättern von Schilfgras

Zur Einrichtung der Wohnungen bietet die Natur reichlich Füllmaterial. Für Wildbienen eignen sich Forythienzweige hervorragend, die ihr auf eine Länge von ca. 8 cm schneidet. Der große Vorteil ist, dass die Forsythienzeige innen hohl sind und so den Bienen Unterschlupf bieten. Alternativ könnt ihr auch eine Baumscheibe verwenden, in die ihr mit der Bohrmaschine etwa 5-7 cm lange Löcher bohrt. Am besten verwendet ihr Bohrer unterschiedlicher Stärken (zB. 6-8mm). Die Öffnungen sollten von Spänen freigeschmirgelt werden, damit die Bienen beim Betreten der Wohnung nicht ihre feinen Flügel verletzen. Marienkäfer überwintern gern in Mauerritzen, Spalten oder auch im Laubhaufen. Sie sind eure besten Mitarbeiter, weil sie und ihre Larven sich zu einem großen Teil von Blattläusen ernähren. Auch der Ohrenkneifer mag gern Blattläuse. Ein mit trockenem Gras gefüllter, umgedrehter Ton-Blumentopf, den ihr in einen Baum hängt, ist seine bevorzugte Wohnung für den Winter. Eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, probiert einfach ein wenig aus. Ich habe zur Befüllung meines Hotels hauptsächlich Forsythienzweige, Blätter von Gräsern und Tannenzapfen verwendet.

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